MIT Kempen im Dialog mit Werberingen

Datum des Artikels 17.03.2026
Basis aktuell

Ein Umdenken und Optimierungen sind gefordert

Vertreter der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Kempen trafen sich mit den Vorsitzenden der Werberinge aus Kempen und St. Hubert, Armin Horst und Markus Schreurs, zu einem Gespräch über die aktuelle Lage des lokalen Einzelhandels. Gastgeber war Markus Schreurs, der in seinem Bistro am St. Huberter Marktplatz den passenden Rahmen für einen Dialog bot.

Im Mittelpunkt standen die wachsenden Herausforderungen, vor denen die Werberinge zunehmend stehen. „Die Kostenentwicklung bereitet uns große Sorgen“, machte Markus Schreurs deutlich. Insbesondere die Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen seien in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Was früher mit überschaubarem Aufwand zu stemmen war, entwickle sich zunehmend zu einem finanziellen Kraftakt für die ehrenamtlich getragenen Vereine.

Ähnlich sieht es bei der Weihnachtsbeleuchtung aus, einem zentralen Element zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt und des Stadtteils in der Adventszeit. „Hier müssen jedes Jahr enorme Summen aufgebracht werden, damit unsere Straßen festlich und einladend wirken“, betonte Armin Horst. Die Finanzierung werde zunehmend schwieriger, zumal die Einnahmesituation vieler Mitglieder ebenfalls unter Druck stehe.

Ein weiteres Thema war die mögliche Neu- und Umgestaltung des St. Huberter Marktplatzes. Dabei ging es nicht nur um gestalterische Wünsche, sondern auch um die zukünftige Nutzung und Aufenthaltsqualität. Ein attraktiver, lebendiger Marktplatz sei ein entscheidender Faktor für Frequenz und Verweildauer und damit letztlich auch für wirtschaftlichen Erfolg.

Auch über den zunehmenden Ladenleerstand wurde gesprochen. Die Ursachen seien vielfältig: verändertes Konsumverhalten, steigende Kosten, aber auch strukturelle Herausforderungen. Umso wichtiger sei es, frühzeitig gegenzusteuern. Ideen und Ansätze wurden im Gespräch ebenso diskutiert wie die Notwendigkeit, gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Mietern und Vermietern tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Zugleich wurde im Gespräch auch der Blick über den Tellerrand geworfen. „Umliegende Städte wie Geldern, Kevelaer und Moers haben in den letzten Jahren massiv in Stadtmarketing, Tourismusangebote und die Neu- und Umgestaltung ihrer Innenstädte investiert. Hier haben wir Nachholbedarf. Wir können froh und dankbar sein, dass die Werberinge und Vereine mit ihren Festaktivitäten die Attraktivität hochhalten“, so der MIT-Vorsitzende Tobias Stümges.

BU: Markus Schreurs, Vorsitzender Werbering St. Hubert, Armin Horst, Vorsitzender Werbering Kempen, und Tobias Stümges, MIT Vorsitzender Kempen. Foto: MIT